Die Kulturstiftung Würselen hat einen Theaterwochenendworkshop gefördert. Lesen Sie den Bericht der Veranstalterinnen von Türöffner e.V.: "Im Juni fuhr der Türöffner e. V. wie geplant mit einer Gruppe von 34 Teilnehmerinnen nach Wermelskirchen in das Seminarhaus „Gut Alte Heide“. Das Wochenende wurde intensiv für die Proben zur Theateraufführung im Oktober 2018 genutzt. Bereits seit Anfang des Jahres fanden an Nachmittagen stundenweise und an einigen Samstagen ganztägige Treffen statt, in denen ein eigenes Theaterstück zu verschiedensten Themen aus dem Leben der Frauen entwickelt und geschrieben wurde...

Die inhaltliche Vorarbeit leisteten wir, Pelin Yigit und Catrin Renzelmann, als Vertrauenspersonen der Frauen und entwickelten mit ihnen gemeinsam das Grundkonzept für das Theaterkonzept. Geflüchtete Frauen, aber auch Zugewanderte, die länger in Würselen leben sowie deutsche Frauen haben dazu Erlebnisse geschildert. Mit Hilfe der Autorin Sabine Blazy und der Schauspielerin Anush Manukian erfolgt derzeit die Umsetzung der gesammelten Ideen zu einem Theaterstück.

Am Wochenende nun war es möglich, über längere Zeiträume intensiv an einzelnen Szenen zu arbeiten. Wir fanden Verbesserungen, die Frauen bekamen hilfreiche Anregungen für die szenische Umsetzung und hatten viel Zeit für theaterpädagogische Übungen. Anush Manukian war dabei eine ausgesprochen kompetente Fachfrau, die empathisch und gleichzeitig zielgerichtet mit den Frauen arbeitete. Eine Gruppe von Frauen nahm erste Arbeiten für das Bühnenbild vor und konnte so ihre kreative-künstlerischen Kompetenzen zeigen und erweitern.

Das Wochenende hat für einen festeren Gruppenzusammenhalt gesorgt. Die Frauen haben sich in einer Umgebung außerhalb des gewohnten Alltags anders kennengelernt. Viele waren ohne ihre Kinder am Wochenende freier für das Zusammensein und das Theaterspiel. Als begleitende Sozialarbeiterinnen hatten wir, Catrin Renzelmann und Pelin Yigit, dabei immer die Interaktionen in der Gesamtgruppe im Blick und begleiteten auch Frauen, die mit den mitunter aufwühlenden und persönlichen Themen eine Ansprechpartnerin und ein Einzelgespräch brauchten. Eigene Fluchtgeschichte, Diskriminierungserfahrungen, erlebte Übergriffe oder frustrierende Erfahrungen in der beruflichen Entwicklung waren Themen, die auch aufwühlten. Im Zuge dessen wurde am Wochenende in der Gruppe beschlossen, welche Themen zur Aufführung kommen sollen und welche nicht.

Die 10 mitfahrenden Kinder wurden von vier Betreuerinnen während der Arbeitszeiten liebevoll betreut. Das hat allen Frauen Raum für die Theaterarbeit gegeben, auch den Frauen, die mit Kindern angereist waren. Auch die wunderbare Essensversorgung war ein besonderes Erlebnis für die Frauen, die im Alltag immer für die Versorgung ihrer Familien zuständig sind. Wir danken der Kulturstiftung Würselen, die mit ihrer finanziellen Unterstützung dieses für alle bereichernde Wochenende möglich gemacht hat!“